Northvolt AB: Vorreiter nachhaltiger Batterietechnologie

Mann mit Anzug steht an einem Rednerpult und hält die Arme offen. Dahinter ein Plakat mit der Aufschrift: Baubeginn Northvolt Batterzellfabrik
Gregor Fischer/Getty Images News via Getty Images
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Mann mit Anzug steht an einem Rednerpult und hält die Arme offen. Dahinter ein Plakat mit der Aufschrift: Baubeginn Northvolt Batterzellfabrik
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Northvolt beginnt, eine immer wichtigere Rolle in der nachhaltigen Batterietechnologie zu spielen. Das Unternehmen hat bedeutende Fortschritte bei der Entwicklung neuer, umweltfreundlicher Batterien gemacht. Diese Fortschritte könnten die Energiewende erheblich vorantreiben.

Natrium-Ionen-Batterien: Ein Meilenstein

Dem schwedischen Batteriezellen-Hersteller Northvolt ist ein wichtiger Erfolg bei der Entwicklung einer Natrium-Ionen-Batterie gelungen. Am 21. November 2023 teilte Northvolt mit, dass die neue Batterie sicherer, kostengünstiger und nachhaltiger ist als bisherige Modelle. „Wir sind nicht so abhängig von einer Reihe von strategischen Lieferketten, die China auf sehr effiziente Weise geschaffen hat“, sagt Peter Carlsson.

Diese neuen Batterien kommen ohne Kobalt, Nickel und Lithium aus, was sie zu einer nachhaltigeren Alternative macht. Die entwickelte Zelle ist sicherer, kostengünstiger und umweltfreundlicher als herkömmliche Batterien. „Dies ist ein wichtiger Meilenstein für das Marktangebot von Northvolt“, sagt CEO Peter Carlsson. Die Batterie wird mit Mineralien wie Eisen und Natrium hergestellt, die weltweit reichlich vorhanden sind.

Energieeffizienz und Anwendungsgebiete

Die Energiedichte der neuen Natrium-Ionen-Batterie liegt bei 160 Wattstunden pro Kilogramm. Diese Dichte ist vergleichbar mit Lithiumbatterien, die üblicherweise in der Energiespeicherung verwendet werden. Lithiumbatterien in Elektroautos haben jedoch eine höhere Energiedichte von etwa 250 bis 300 Wattstunden pro Kilogramm.

Dies bedeutet, dass Natrium-Ionen-Batterien derzeit nur bedingt für den Einsatz in Elektroautos geeignet sind. Sie sind größer und schwerer, was in Fahrzeugen nachteilig ist. Für stationäre Energiespeicher oder andere Anwendungen könnten sie jedoch eine vielversprechende Alternative darstellen.

Standort Deutschland: Ein Gamechanger

Northvolt plant den Bau einer großen Batteriefabrik bei Heide in Schleswig-Holstein. Ministerpräsident Daniel Günther bezeichnete das Projekt als einen „echten Gamechanger“. Bis zu 15.000 Menschen sollen in den kommenden Jahren in die Region kommen, um dort zu arbeiten und zu leben.

Die Produktion soll 2026 beginnen und rund 3.000 Arbeitsplätze schaffen. Die Fabrik wird mit einem Investitionsvolumen von 4,5 Milliarden Euro realisiert. „Das ist aus meiner Sicht ein echter Gamechanger“, sagte Günther.

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EU-Unterstützung und Finanzierung

Die EU-Kommission hat kürzlich Fördermittel und Garantien von 902 Millionen Euro für Northvolt genehmigt. Diese umfassen rund 700 Millionen Euro an Fördermitteln und weitere 202 Millionen Euro an Garantien. Davon entfallen etwa 564 Millionen Euro auf den Bund und bis zu 137 Millionen Euro auf das Land Schleswig-Holstein. Diese Unterstützung ist entscheidend für den Erfolg des Projekts.

Rohstoffabhängigkeit und Nachhaltigkeit

Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen ist ein großes Problem in der Batterietechnologie. Fast 90 % der Patente im Zusammenhang mit Natrium-Technologie stammen aus China, das somit einen wesentlichen Vorsprung in diesem Bereich hat.

Dennoch bietet die Natrium-Ionen-Technologie die Möglichkeit, diese Abhängigkeit zu reduzieren. „Dank ihrer einzigartigen Eigenschaften lässt sich mit einer Natrium-Ionen-Batterie sozusagen der Reset-Knopf für die herkömmliche Denk- und Einsatzweise von Batterien drücken“, erklärt Michael Stelter vom Fraunhofer-Institut.

Investitionen in Forschung und Entwicklung

Northvolt investierte im Jahr 2022 rund 122 Millionen Euro in die Forschung und Entwicklung. Damit verdoppelte das Unternehmen seine F&E-Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr. Diese Investitionen sind entscheidend für die kontinuierliche Weiterentwicklung und Verbesserung der Batterietechnologie und waren Grundlage für den Erfolg. Die Statistik zeigt die Entwicklung vom Jahr 2021 auf das Jahr 2022.

Statistik: Ausgaben für Forschung und Entwicklung von Northvolt in den Jahren 2021 und 2022 (in Millionen Euro)

Geschichte und Expansion

Northvolt wurde im Jahr 2016 als schwedisches Start-up gegründet und hat sich auf die Herstellung von Lithium-Ionen-Batterien für die Anwendung in Elektroautos sowie in Energiespeichern spezialisiert. Der Sitz des Unternehmens ist in Stockholm. An Northvolt sind unter anderem die deutschen Autobauer Volkswagen und BMW beteiligt, ebenso wie Scania und Volvo. Die US-Bank Goldman Sachs und die Investmentgesellschaft Blackrock gehören ebenfalls zu den Investoren. Im Jahr 2022 konnte bereits ein Umsatz in Höhe von 97,08 Millionen Euro erzielt werden.

Statistik: Umsatz von Northvolt in den Jahren 2018 bis 2022 (in Millionen Euro)

Zukunftsaussichten und Potenzial

Die Natrium-Ionen-Batterien von Northvolt könnten die Energiewende beschleunigen und zur globalen Nachhaltigkeit beitragen. Diese Technologie bietet Chancen für die lokale Produktion und könnte die Abhängigkeit von Importen aus Drittstaaten verringern. „Jetzt ernten wir die Früchte, die wir mit dem konsequenten Ausbau der Erneuerbaren Energien und unserer Stromnetze hier in Schleswig-Holstein gesät haben“, sagt Umweltminister Tobias Goldschmidt.

Durch die innovative Technologie und die Unterstützung durch die EU ist Northvolt gut positioniert, um die Batterietechnologie der Zukunft zu prägen und einen bedeutenden Beitrag zur globalen Nachhaltigkeit zu leisten.

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