Pfand zurück, Geld direkt aufs Konto – Das Wiener Start-up Pfandabär startet durch


Seit Anfang 2025 gibt es in Österreich ein flächendeckendes Pfandsystem für Einwegflaschen und -dosen. Während Deutschland schon seit Jahrzehnten auf Rücknahmeautomaten setzt, zieht Österreich damit offiziell nach. Das Wiener Start-up Pfandabär geht dabei noch einen Schritt weiter: Statt Pfandbons erhalten Nutzer das Geld künftig direkt auf ihr Bankkonto – schnell, einfach und digital.
Vom Bon zum digitalen Pfand
Traditionell erhalten Kunden beim Rückgeben von Flaschen und Dosen einen Pfandbon, den sie im Supermarkt einlösen müssen. Das kann mühsam sein, besonders wenn man unterwegs ist oder den Bon vergisst. Pfandabär setzt auf Digitalisierung: Der Automat druckt keinen Bon aus, sondern generiert einen QR-Code. Über die Pfandabär-App lässt sich das Geld dann direkt auf das Konto überweisen. Wer möchte, kann den Betrag alternativ auch für Artenschutzprojekte im Tiergarten Schönbrunn spenden – das Start-up hat sogar eine Patenschaft für einen Pandabären übernommen.
Expansion und Kooperationen
Gegründet von Raphael Thiele und Noah Matznetter, hat Pfandabär in knapp einem Jahr bereits 120 Automaten in ganz Österreich installiert. Rund 25 davon stehen in Wien, weitere verteilt über größere Städte und Verkehrsknotenpunkte. Zu den Kunden zählen neben Supermärkten auch Shell-Tankstellen, das BMW-Werk in Steyr, die Therme Wien oder das Schloss Schönbrunn. Auch Gespräche mit der Stadt Wien laufen, um die Automaten weiter zu verbreiten.
Die Automaten erkennen automatisch Einweg- und teilweise auch Mehrwegflaschen, prüfen die Pfandberechtigung und komprimieren die Gebinde zur Platzersparnis. Danach wird der Betrag sofort dem Nutzer gutgeschrieben – vollautomatisch, ohne dass ein Kassenvorgang nötig ist.

Zwei Automatenvarianten für unterschiedliche Einsätze
Pfandabär bietet zwei Modelle: den kleineren Little Pfanda für kleinere Standorte oder Innenbereiche und den größeren Giant Pfanda, der auch große Mengen effizient verarbeitet. Beide Varianten sind für Indoor- und Outdoor-Einsatz geeignet.
Die Anschaffung kostet rund 17.000 Euro, eine monatliche Miete liegt bei etwa 450 Euro, Wartung inklusive. Für Events oder temporäre Standorte gibt es auch Kurzzeitmieten. Das Umweltministerium unterstützt den Kauf von Rücknahmeautomaten häufig zu 100 %, was Investitionen für Unternehmen deutlich erleichtert.
Datenschutz und Transparenz
Für die Auszahlung wird lediglich ein Account in der Pfandabär-App benötigt, inklusive Name, E-Mail-Adresse und IBAN. Laut Start-up werden diese Daten ausschließlich zur Überweisung des Pfandbetrags genutzt. Die Gründer betonen, dass Datenschutz und sichere Transaktionen oberste Priorität haben.
Warum Österreich erst jetzt?
Deutschland hat ein Pfandsystem bereits seit den 1970er-Jahren etabliert und damit Recyclingquoten erheblich gesteigert. In Österreich wurde die Pflicht zur Rücknahme von Einwegflaschen und -dosen erst Anfang 2025 eingeführt. Ziel ist es, Müll zu reduzieren, Ressourcen zu schonen und die Kreislaufwirtschaft zu stärken. Laut Umweltorganisationen können durch ein funktionierendes Pfandsystem Millionen von Plastikflaschen und Dosen pro Jahr aus der Umwelt ferngehalten werden.
Umwelt- und Artenschutz als Zusatznutzen
Besonders stolz sind die Gründer auf die Kooperation mit dem Tiergarten Schönbrunn. Fünf Automaten stehen mittlerweile im Zoo, und Besucher können entscheiden, ob das Pfand direkt auf ihr Konto geht oder für den Artenschutz gespendet wird. „Umweltschutz und Artenschutz gehören zusammen“, erklärt Mitgründer Matznetter. Das Start-up möchte so zeigen, dass Nachhaltigkeit auch digital und unkompliziert funktionieren kann.
Ausblick und Zukunftsperspektiven
Das Geschäftsmodell finanziert sich durch Verkauf und Vermietung der Automaten. Bisher ist es noch nicht hochprofitabel, doch die Gründer setzen auf wachsende Nachfrage. Insbesondere Unternehmen, Tankstellen, Thermen oder Veranstalter von Events könnten von der unkomplizierten Pfandrückgabe profitieren.
Mit dem digitalen Ansatz von Pfandabär könnte Österreich ein Vorreiter im modernen, benutzerfreundlichen Pfandsystem werden – und langfristig auch andere Länder inspirieren. Die Kombination aus Technologie, Umweltschutz und sozialem Engagement macht das Start-up zu einem spannenden Beispiel, wie klassische Recyclingprozesse modernisiert werden können.

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