Planet A Foods will 500 Mio. Tonnen CO₂ einsparen

Mehrere Schokoladenrippen liegen auf einem Tablett
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Mehrere Schokoladenrippen liegen auf einem Tablett

Planet A Foods setzt in seiner Schokolade auf Zutaten aus Deutschland und hat bereits durch Kooperationen mit etablierten Herstellern kakaofreie Produkte im Supermarkt platziert. Das nächste Ziel des Start-ups ist die Ersetzung von Palmöl.

Die Mission der beiden Planet A Foods-Gründer und Geschwister Sara und Maximilian Marquart besteht darin, jährlich 500 Millionen Tonnen CO₂ einzusparen.

Möglich soll das werden, indem auf Kakaoplantagen verzichtet und die Zutaten in Deutschland produziert werden sollen. Auf diese Weise wollen die Founder verhindern, dass große Mengen CO₂ in die Atmosphäre gelangen.

Choviva: Eine Schokolade mit 0 % Kakao

Planet A Foods wagte bereits einen leisen Versuch. Mit der Choviva-Schokolade bietet das deutsche Start-up aus München eine kleine Besonderheit. Denn diese enthält tatsächlich 0 % Kakao. Zum Vergleich: Herkömmliche Schokoladen im deutschen Einzelhandel weisen einen Kakaoanteil zwischen 30 und 70 % auf, manchmal sogar 100 %.

Das braune Pulver versteht sich als charakteristisch für Schokolade. Ihr das Herzstück zu entnehmen, scheint daher gewagt. Doch genau mit diesem Konzept strebt das Berliner Start-up Planet A Foods Großes an.

90 % geringerer CO₂-Fußabdruck

Die Choviva-Schokolade setzt auf Hafer, Rübenzucker und Sonnenblumenkerne als Hauptbestandteile. Trotz des Fehlens von Kakao entsteht durch zusätzliche Inhaltsstoffe und spezielle Verarbeitung dennoch ein schokoladiges Aroma. Laut Unternehmensangaben beträgt der CO₂-Fußabdruck der Choviva-Schokolade bis zu 90 % weniger als bei einer herkömmlichen Tafel.

Planet A Foods betritt einen riesigen Markt, indem es sich auf pflanzliche Schokolade konzentriert. Laut einer Studie von Allied Market Research belief sich das weltweite Marktvolumen für pflanzliche Schokolade im Jahr 2022 auf 585,8 Millionen US-Dollar. Marktforscher prognostizieren, dass es bis 2032 auf zwei Milliarden Dollar ansteigen könnte. Das Start-up hat jedoch noch größere Ambitionen, da es seine Schokolade hauptsächlich an Unternehmen in der Lebensmittelindustrie liefert, die das Produkt beispielsweise in Keksen oder Müsli weiterverarbeiten.

Kakaobohnen in Großaufnahme

Planet A Foods seit 2021 am Markt

Die Gründung von Planet A Foods erfolgte im März 2021 durch die Geschwister Maximilian und Sara Marquart. Maximilian ist gelernter Ingenieur, Sara Aromaforscherin. Maximilian erhielt die Inspiration für die Gründung durch ein Buch über das Aussterben der Kakaopflanze, das durch den Klimawandel weltweit bedroht ist. Schon im Jahr 2015 kam es laut dem WWF zu erheblichen Einbrüchen in der Kakaoproduktion.

Um Alternativen zu Kakaobutter und Kakaopulver zu schaffen, setzt das Start-up auf die Fermentation und Röstung von Hafer und Sonnenblumenkernen. In einem weiteren Verarbeitungsschritt entstehen das sogenannte Choviva-Konzentrat und die Choviva-Butter, die an herkömmliches Kakaopulver erinnern. Das Konzentrat wird in zwei Stufen mit weiteren Zutaten gemahlen und anschließend so lange conchiert und gewalzt, bis der Choviva-Schmelz entsteht.

Nicht nur Kakao, sondern auch Palmöl soll ersetzt werden

Jedes Jahr werden weltweit mehrere Millionen Tonnen Kakao geerntet. Doch der Anbau von Kakao hat auch einige nachteilige Auswirkungen auf die Umwelt. Die Monokulturen in Kakaoplantagen führen beispielsweise zur Zerstörung der biologischen Vielfalt, Bodendegradation und einem Anstieg der globalen CO₂-Emissionen.

Zukünftig könnte es zudem einen Rückgang in der Kakaoernte geben, bedingt durch extreme Wetterbedingungen wie Trockenheit oder übermäßigen Regen in den Hauptanbauländern wie der Elfenbeinküste, Ghana, Ecuador und Brasilien. Das International Center for Tropical Agriculture (Ciat) prognostiziert jedenfalls einen Anstieg der Ausfälle in der Kakaoproduktion.

Planet A Foods hat nicht nur das Ziel, Kakao zu ersetzen, sondern auch Palmöl. Palmöl findet Verwendung in vielen Süßwaren, Lebensmitteln sowie in Pflege- und Beautyprodukten. Allerdings hat die Gewinnung von Palmöl erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt. Die großflächige Rodung von Palmen führt zur Reduzierung der Pflanzen- und Tierartenvielfalt. Zusätzlich verschmutzt die Verbrennung von gerodeten Waldflächen die Luft und trägt zur Erhöhung der CO₂-Emissionen bei.

Investoren hat man bereits gefunden

Planet A Foods erhielt bereits Finanzierungsunterstützung von Risikokapitalfirmen wie World Fund und Cherry Ventures. Aus Sicht der Geldgeber verfolge Planet A Foods den richtigen Ansatz. Geschmack, Preis und Nährwert müssten so überzeugend sein, dass nachhaltige Nahrung kein Nischenprodukt bleibe.

Aktuell arbeitet das Start-up an einem Ersatz für Palmöl und einer speziellen Kakaobutter. In den kommenden zwei bis drei Jahren strebt Planet A Foods eine Expansion auf den internationalen Markt an. Obwohl der Fokus momentan noch auf Deutschland liegt, kommen Medienberichten zu Folge bereits Anfragen aus England. Die beiden Gründer geben an, dass die Gewinnung mehrerer Kunden in England ein bedeutender Meilenstein für sie sein wird.

Insgesamt beschäftigt das junge Unternehmen derzeit 50 Mitarbeiter am Firmensitz in Planegg bei München und in der eigenen Produktionsstätte in Tschechien. Inwiefern man sich vergrößern und am Markt behaupten wird, bleibt abzuwarten.

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